Die Geschichte unseres Dorfes
Wo liegt Schederndorf
Schederndorf gehört zur Gemeinde Stadelhofen, der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld, und liegt im Naturpark der Fränkischen Schweiz auf dem Jura auf ca. 470 m Höhe. Wenn man sich auf den Weg begibt und wandert entlang der Staatsstraße von Roßdorf am Berg nach Wölkendorf, so grüßt zur Linken, aus einer kleinen Talsenke, aus dem Grün saftiger Wiesen und fruchtbarer Felder der kleine Ort Schederndorf, aus dessen Ortsmitte der Turm der kleinen Dorfkirche hervorragt.
Die Entwicklung Schederndorfs
Wahrscheinlich waren die Gebiete um Schederndorf schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Denn aus dieser Zeit wurden auf einem Acker in der Nähe von Schederndorf Pfeilspitzen gefunden.
Die erste offizielle Erwähnung findet sich im ältesten Bamberger Urbar (= Besitzaufzeichnung der Kirche von Bamberg) von 1323 ? 1328. Darin steht das laut einer Urkunde von 1312 Friedrich Graf von Truhendingen die Gebiete Scheßlitz und Giech als Lehen bekam und zu diesem Gebieten gehörte auch Schederndorf.
Die Grafen von Truhendingen stammten aus Hohentrüdingen in Mittelfranken und waren nach dem Aussterben der Andechs Meranier 1248 durch Erbschaften an zahlreiche Besitzungen im Obermaingebiet gekommen.
Das vierte Truhendingische Amt in Arnstein umfasste die Orte Bojendorf, Eichenhüll, Mährenhüll, Stadelhofen, Wallersberg und wie bereits genannt Schederndorf.
Die nächste Erwähnung findet sich 1426 in einer Auflistung von Geächteten (=Verbrecher). Ein Hans Hulfhofmann aus Kulmbach soll einer Lehrerin aus Bamberg 6 Gulten und 7 Pfund Heller in Schederndorf gestohlen haben dafür wurde er an den Pranger gestellt und mit der Acht belegt sich 10 Jahre und in einer Entfernung von 6 Millen sich von Schederndorf fern zuhalten.
Aus dem historischen Atlas von Bayern (Teil Franken) war zu entnehmen, dass die hohe und niedere Gerichtsbarkeit zum Pflegeamt Scheßlitz, die Geistlichkeit der Pfarrei Stadelhofen, der Zehent dem St. Katharinenspital zu Bamberg gehörten.
1593 ist in einem Steuerbuch vermerkt:
"Das ganze Dorf ist meines gnädigen Fürsten und Herrn von Bamberg, Casten Scheßlitz lehen"
Folgende Familiennamen tauchten auf:
Lohrer (Löhrlein, gibt es heute noch), Düthorn, Hofmann, Kandler, Heidenreich, Schauer, Huber. Im Hirtenhaus wohnt Hanns Weber, von Eichenhüll hergezogen, als Gemeindehirt.
Schederndorf gehörte nach dem Aussterben der Familie Truhendingen wieder der Kirche und ab 1806 dem Königreich Bayern.
Seit alter Zeit gehörte Schederndorf zur Pfarrei Stadelhofen, dies wurde 1608 in einem Pfarrbericht hervorgehoben.
Im 30-jährigen Krieg litt auch Schederndorf unter den durchziehenden Truppen von Schweden. Ganze Landschaftsgebiete waren verwüstet, die Bewohner teils vertrieben, teils auf grausamer Weise zu Tode gemartert oder durch die Pest dahin gerafft. Schederndorf hatte unter den Durchzügen, Einquartierungen und Misshandlungen seiner Bewohner zu leiten.
Neue Namen kommen:
Popp, Betz, Kreutzer, Will, Teinhardt, Döppmann, Schmitt, Eberlein, Spörlein.
Von diesen vorher aufgezählten Namen sind die meisten noch bis zum heutigen Tag vorhanden.
Ende des 19.Jahrhunderts standen in Schederndorf 26 Häuser. Im Oktober 1895 wurde durch einen Blitzschlag ein Brand verursacht, der Großbrand vernichtete das halbe Dorf. Seit 1978 ist Schederndorf ein Gemeindeteil von Stadelhofen, ebenso gehören zur Gemeinde: Wölkendorf, Pfaffendorf, Wotzendorf, Eichenhüll, Steinfeld, die Hopfenmühle, Hohenhäusling und Roßdorf.
Der Name von Schederndorf leitet sich wahrscheinlich von einem Herrn Schero ab der in der früherer Zeit außerhalb des Dorfes eine Burg errichtet hatte. Von der Burganlage ist heute leider nichts mehr erhalten und es gibt auch keine schriftlichen Aufzeichnungen mehr, diese Angaben wurden uns mündlich überliefert.
Zur Entwicklung von Schederndorf konnte ich aus dem historischen Atlas entnehmen, dass es 1818 schon 31 Häuser und 147 Einwohner gab, 1950 gab es noch 26 Häuser, jedoch 199 Einwohner, 1961 waren es immer noch 26 Häuser aber nur noch 139 Einwohner.
Das Paradiestal
Schederndorf liegt am Rande des Paradiestales, welches sich von Wattendorf bis nach Treunitz erstreckt und eine Länge von ca. 20 km hat. Das Paradiestal zählt zu einem der vielen Trockentälern des nördlichen Frankenjura.
Der Teil Wattendorf ? Wölkendorf bietet viele landschaftliche Reize.
Hier gibt es Felsgruppen die eine prähistorische Bedeutung haben können, wie zum Beispiel der Kreuzstein oder der Pferdestall. Bei der Katzenbruck (Schederndorf) findet das Paradiestal zunächst seinen natürlichen Abschluss. Es folgt eine stille, interessantere Strecke, die durch ihre Unberührtheit und Einsamkeit dem Tal ein eigenartiges Gepräge gibt.
Wiesen- und Heideland, Wacholdergruppen und Felspartien wechseln mit Nadelhölzern und braunen Ackerflächen. Hier findet man noch seltene, geschützte Jurapflanzen.
Das Paradiestal lädt im Sommer zum Wandern ein und im Winter gibt es die Möglichkeit zum Skilanglauf.
Der Dorfplatz
Besonders sehenswert in Mitte unseres kleinen Dorfes ist unsere Kirche. Sie wurde 1886 im neugotischen Still erbaut und ist der Mutter Gottes geweiht. Der Altar wurde 1888 vom bekannten Bildhauer Georg Löwisch gestaltet, der 1860 geboren und 1944 verstorben ist. Er stattete viele Kirchen in unserem Bamberger Landkreis aus. Der in unserer Kirche vorhandene Altar wurde aus Weichholz geschnitzt, ist 2,60m breit und 5m hoch. 1928 bekam der Altar einen grünen und später, 1960 einen grauen Anstrich. 1991 wurde der Altar restauriert und wieder in seine ursprüngliche, leuchtende Farbfassung zurückversetzt. Am Tag des offenen Denkmals 1995 wurde unsere erst kurz zuvor neu renovierte Kirche ausgewählt und der öffentlichkeit zur Besichtigung angeboten. Das Angebot wurde mit großem Interesse wahrgenommen. Der Enkel des Bildhauers, der den Altar schuf, hatte sich bereit erklärt am Tag des offenen Denkmals Führungen und Erklärungen über den Bau der Kirche und den Altar zu machen. Zum besseren Verständnis wurden etliche Schautafeln in der Kirche aufgestellt.
1998 wurde zum Gedenken an unsere Gefallenen in den Weltkriegen ein neues Kriegerdenkmal mit den Namen der getöteten Kriegsteilnehmer errichtet.
Alljährlich ab dem Freitag vor dem 2. Advent, ziert die Weihnachtkrippe im fränkischen Baustil den Dorfplatz und werdet in zusätzlich auf.
Initiator hierfür waren Zimmermeister Josef Dück mit seinen Gesellen und die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr. Die 60 cm großen, beweglichen Figuren haben wir von der Fa. Klucker in Oberammergau bezogen, die passende Kleidung für die Figuren wurde von unseren Dorffrauen mit großer Freude hergestellt. Die Krippe stellt mit 9 Figuren die Geburt Christi dar.
In den letzten zehn Jahren wurden bei uns verschiedene Baumaßnahmen durchgeführt, so wurde zum Beispiel eine Kläranlage geschaffen in die alle Abwässer des Ortes eingeleitet werden, die dann nach Durchleitung durch mehrere Becken und Reinigung in einem Schilfbecken sauber in den Untergrund fließen.
Ebenso wurden wir an das Fernwassernetz der Fernwasserversorgung Oberfranken angeschlossen. Dank dieser Maßnahmen war es möglich in unserem Ort ein neues Baugebiet zu erschließen und es ist wieder möglich das junge Leute am Ort bauen und sesshaft werden können.
Schederndorf heute
Heute haben wir in Schederndorf ca. 35 Häuser in denen etwa 150 Einwohner leben. Früher lebten die meisten Einwohner von der Landwirtschaft. Heute gibt es in Schederndorf nur noch 1 Vollerwerbs Landwirt(Reinhardt Löhrlein). Da es nur begrenzte Arbeitsplätze auf dem Jura gibt sind die Bewohner gezwungen zum Arbeiten in die Stadt zu fahren. Einige Personen haben jedoch auch bei uns im Dorf Arbeit gefunden, denn wir haben in Schederndorf ein Sägewerk, eine Gastwirtschaft, eine Zimmerei, eine Autowerkstadt und eine Brauerei, die seit 1742 im Familienbesitz ist. Neben dem der Gastwirtschaft gegenüberliegendem Brauhaus befindet sich ein Biergarten. Die guten Fränkischen Brotzeiten und das selbstgebraute Bier sind weithin bekannt.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 21 Mai 2007 )
